Dienstag, 16. Juni 2015

Denkmal - Das Ding mit den Äußerlichkeiten

Nur Text - das ist Denkmal.
Es gibt so viele Dinge, die uns alltäglich umgeben. Dinge, um die ich mir Gedanken mache. Dafür ist Denkmal da. Und ich habe gleich ein Denkmal zu setzen.

Das Ding mit den Äußerlichkeiten ist unumgänglich. Jeden Morgen beginne ich mit dem meist widerwilligen Blick in den Spiegel. Waschen, Zähne putzen, Pflegen - mein Gesicht guckt mich an, ob ich will oder nicht. Und ich schaue nicht an mir vorbei. Kann ich gar nicht, denn irgendwie will ich mich ja auch sehen.

Schminken ist schön, da mag ich das Ergebnis. Keine Unreinheiten mehr, alles am rechten Platz, Farbe, wie sie sein soll. Dann mag ich mein Spiegelbild.

Und Anziehen ist schön. Wenn ich etwas Schönes anziehe, natürlich. In Jogginghose und Schlabbershirt kann mir der überlebensgroße Spiegel auch gestohlen bleiben. Formschöne Jeans und eine schicke Bluse - das kann sich sehen lassen. Wenn die Problemzönchen unsichtbar und die Formen da betont werden, wo es passt. Dann man ich mein Spiegelbild.

Es gibt also Tage, da kann ich mich mehr leiden als an anderen. Es gibt also Tage, da ertrage ich meine Fehler eher und manchmal gar nicht. Und dann bin ich zugegeben auch neidisch auf die, die sich immer zu mögen scheinen. Die sich jeden Tag im Spiegel ansehen und denken YES!.
Die mit den guten Genen, die essen können und trotzdem stolz eine 36 tragen. Vor allem, weil ich mal dazu gehört habe. Und jetzt nicht mehr. Das macht mich manchmal wütend und traurig. Dann geht mir auf, dass ich mich entweder bemitleiden, mich so akzeptieren oder etwas dagegen tun kann. Und dass es nicht auf die anderen ankommen darf, wie ich mich fühle.

Ich habe gelernt, dass ich nur Einfluss auf mich selbst nehmen kann. Wenn ich neidisch auf die mit der Modelfigur bin, liegt das daran, dass ich mich nach meinem alten Ideal sehne. Doch was nützt es, wenn ich nicht bereit bin, dafür Sport zu treiben oder meine Ernährung umzustellen?
Dann muss ich meine Einstellung ändern, egal in welche Richtung.
Ich kann der Mode die Schuld geben, die schlanke Models in Zeitschriften abbildet oder der Gesellschaft, die schöne Menschen favorisiert oder der Versuchung, der ich nicht widerstehen kann, wenn ich etwas Süßes in Händen halte.  Oder der mangelnden Zeit, weil ich nicht dazu komme, gesünder zu essen oder mehr Sport zu treiben. Doch was nützt all diese Fremdschuld, wenn ich mir nicht bewusst werde, dass allein ICH für mein Leben und meinen Körper verantwortlich bin?

Ich stelle fest, dass es leicht ist, mit dem Finger auf andere zu zeigen mit den Worten Die sind Schuld an meiner Lage, anstatt in den Spiegel zu sehen, mit dem Finger auf das dortige Gesicht zu zeigen und zu sagen Ich bin selbst für mich verantwortlich. Denn viele sehen lieber die Fehler bei anderen als bei sich selbst. Dann müssten wir uns ja eingestehen, dass wir so herrlich unvollkommen sind. Dass jeder von uns so herrlich unvollkommen ist. Und selbst die, auf die ich neidisch bin, weil sie Modelmaße und gute Gene haben und von denen ich glaube, dass sie nichts an sich zu bemängeln haben, stehen morgens vor ihrem Badspiegel, völlig zerknautscht und unperfekt und denken sich eventuell eher Oh no... als YES!.

Zufriedenheit mit dem eigenen Ich - das ist eine Lektion, die zu lernen wir alle anstreben sollten. Wie wir diese erreichen, müssen wir nur mit uns selbst abmachen. Damit wir uns morgens im Spiegel statt eines verächtlichen einen freundlichen Blick zuwerfen können. Ein lächelndes Gesicht wäscht sich außerdem viel leichter ;)

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