Mittwoch, 29. Juli 2015

Einmal Instagram ohne alles, bitte!

Ich lese oft von Instagram auf anderen Blogs. Darin berichten Blogger, welchen Profilen sie folgen, welchen Stil sie mögen, welche Filter sie benutzen und welche Art Foto der durchschnittliche Instagram-Follower so bevorzugt. Ich sehe mir die Timelines an und staune Bauklötze, wie ähnlich sich die Fotos doch zumeist sehen. Je ähnlicher, desto mehr Zeit investiert jemand in sein Profil, habe ich gehört. Photoshop und diverse Apps werden genutzt, um die Fotos auf Vordermann zu bringen und so sehenswert wie möglich zu inszenieren. Ich dachte immer, Instagram wäre für spontane Schnappschüsse gedacht... gewesen.


Ich sehe Instragam offensichtlich anders als andere. Zwar nehme ich Ideen anderer durchaus auf und mache hin und wieder mal ein insta-typisches #fromwhereIstand, doch so recht mag mir all das Gepose und Dekorieren von Bildinhalten nicht zusagen.

Eine echte Wissenschaft machen manche daraus, indem sie stundenlang das perfekte Selfie stellen, einen Gegenstand unzählige Male umher schieben, um den idealen Platz dafür im quadratischen Rahmen zu finden. Wenn ich einfach mal drauf halte und schaue, was passiert, fühle ich mich oft unzureichend. Schließlich nutzt jeder, der etwas auf sich hält, diese #Instahacks.

Eine Zeit lang las ich oft das #nofilter. Das waren die, die sich offenkundig von den Instagram-Filtern distanzieren wollten. Also doch keine Filter? Hin und wieder benutze ich auch mal einen, zumindest dann, wenn das Bild etwas dunkel geworden ist. Ich möchte ja, dass man alles darauf sehen kann. Und manche sind ja ganz nett anzusehen. Eine Aufwertung der Bilder, okay. Wenn es denn einem höheren Zweck dient *lach*.

Doch es gibt eine nicht unerhebliche Zahl Instagram-Nutzer, die mit ihren Profilen echtes Geld verdienen, ähnlich wie die Verrückten mit ihren Youtube-Kanälen (hab ich nie verstanden). Alles gut und schön, doch muss denn nun jeder sein Profil bis zur Unkenntlichkeit aufstylen?

Ein wenig natürliche Bildgestaltung ist ja völlig in Ordnung, doch wo ist das allseits beliebte Auge für ein schönes Motiv geblieben? Inszeniere ich für andere jetzt mein ganzes Leben, nur um Follower zu generieren? Es scheint, als müsse ich das, wenn etwas aus mir und meinem Blog werden soll.
Ganz ehrlich? Keinen Bock drauf! Ich stehe dazu, dass ich höchstens mal einen langweiligen, ausgelutschten Instagram-Filter benutze, lieber aber ein nackiges, unbearbeitetes Bild hochlade. Selbst wenn ich dafür lange nicht so viele Likes und Kommentare bekomme wie jemandes Kaffeetasse, die neben dem Lieblings-Roman, ein paar perfekten rosa Rosen und zwei Amarettini in weiße Bettlaken eingekuschelt ist.
Dann bin ich eben nicht die Art Instagrammer.

Ich verurteile niemanden, der seinen Tag damit schmückt, zu drappieren und zu arrangieren, zu filtern, zu schneiden und dafür 10K Follower zu haben. Ich muss es nur selbst nicht. Ich habe genug Fotos, die ich euch auf meinem Blog präsentiere. Instagram bleibt meine Schnell-hol-die-Kamera-raus-Momentaufnahme-Sammlung. Ohne alles... naja, fast alles. Wo ist das Natürliche nur hin verschwunden, wohin all die echten Schnappschüsse und Herzensmomente, bei denen wir super glücklich sind, dass wir in diesem Augenblick die Kamera gezückt und in für immer eingefangen haben? Wo die liebeswerten Unperfektheiten, auf die man in dieser Sekunde einfach keine Rücksicht nehmen konnte? Ich würde gern beweisen, dass ein Account auf Instagram auch ohne High-End-Bearbeitung auskommt und damit viele Interessenten anziehen kann, doch dies werde ich euch wohl schuldig bleiben. Zu viele sind bereits dem Anblick von Ton in Ton und Weiß auf Weiß verfallen. Ich weiß nicht, können diese Follower ein natürliches Foto überhaupt noch ertragen?

Gehört ihr zu denen, die ihre Instapics aufpimpen oder seid ihr eher naturbelassen? Wie findet Ihr den Trend, Bilder so stark zu bearbeiten?

Kommentare:

  1. tolle beitrag

    http://carrielifestyle.com
    Posts online about Egypt, Barcelona, Dubai...

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    1. Hallo Carrie,
      lieben Dank für dein Kommentar :)
      Ich liebe Instagram, nur eben zu meinen Bedingungen *lach*
      Liebste Grüße
      Kali

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  2. Ich poste bei Instagram nur Handyfotos, die eben meist einfache Schnappschüsse sind. Klar, ab und zu wird auch ein Filter drüber gelegt - aber das auch nur für die Optik. Stundenlang irgendwelche Dinge zu arrangieren - dazu habe ich weder Zeit noch Lust. Aber für mich ist Instagram auch "nur" eine App, die Spaß bringen soll und mir (mehr oder weniger) schöne Dinge anzeigen soll.

    Und meinen Blog schreibe ich eh eher für mich als Erlebnis- und Tagebuch. Natürlich freue ich mich über jeden Aufruf, der mir angezeigt wird - aber die Zahl der Klicks ist für mich eher nebensächlich. Ich bin und bleibe Hobby-Blogger. ;o)

    Sonnige Grüße aus Hamburg
    Andrea

    http://pfw-poldisfroehlichewelt.blogspot.de/

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    1. Hallo Andrea,
      lieben Dank für deinen Kommentar. Als Hobby-Blogger hat Instagram schon einen anderen Stellenwert, da gebe ich dir Recht. Ich verbringe schon jetzt viel Zeit mit der Nachbearbeitung meiner Fotos für den Blog, zumindest was Farb- und Helligkeitskorrekturen angeht. Würde ich all das noch für Instagram tun, müsste mir diese Arbeit tatsächlich bezahlt werden *lach* Dann würde ich es aber womöglich auch tun.

      Liebste Grüße
      Kali

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  3. Guter Post! Ich stimme dir zu, Instagram hat seinen ursprünglichen Zweck schon längst verloren. Ich bewundere Instagramer, die Zeit für das Aufhübschen der Bilder haben, mir fehlt sie schlichtweg. xo

    www.naomella.com

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    1. Hallo Ivi,
      lieben Dank für dein Kommentar.
      Auf jeden Fall. Ich bin auch ein wenig fasziniert, wer Zeit hat, all diese Bearbeitung zu machen, nebenher Blog zu schreiben und dann auch noch ein Leben zu haben. Respekt.
      Liebste Grüße
      Kali

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