Donnerstag, 23. Juli 2015

How do you: Stil oder nicht Stil?

In meinem Kleiderschrank sieht´s aus wie am Gemüse-Stand. Buntes Durcheinander und von allem etwas. Ich stehe dann davor und versuche, einen Stil darin zu erkennen. Sportlich neben Basics und Mädchen-rosa. Auch Kleider sind inzwischen dabei, mit Röcken bemühe ich mich noch. Blusen und Tuniken, locker meets körperbetont. Bequem gegen elegant. Also was ist mein Stil? Ich habe keinen Plan. Aber vielleicht ist kein Plan auch ein Plan.

Während ich durch die Webshops stöbere, finde ich immer wieder schöne Stücke, die ich gern hätte. Ich schätze, nicht immer steht mir alles, was mir gefällt. Doch wenn ich ein Teil möchte, kaufe ich es. Mein Stil. Ich überlege, ob ich den überhaupt definieren kann.

Du musst dir treu bleiben. Authentisch sein. Das war ein Hinweis, den ich einmal von einer erfolgreicheren Bloggerin bekam. Sehe ich genau so. Doch was heißt das für meinen Kleidungsstil? Gibt es Menschen da draußen, die keinen festgelegten Stil haben und damit erfolgreich bloggen? Oder muss ich mich entscheiden, wer ich sein will, zumindest erst einmal stil-technisch? Und würde das nicht unweigerlich dazu führen, dass ich mich verrate?

Ich habe kürzlich in einem Kommentar geschrieben:
Ich dachte, Mode wäre grundsätzlich etwas, auf dem man sich nicht ausruhen kann, weil sie lebendig und wandelbar ist. Klar, man kann seinen Stil haben, doch der Blick über den Tellerrand ist für mich unabdingbar. Mode hilft einem dabei, zu sein, wer man gern sein möchte. Dabei meine ich keine Verkleidung sondern eine weitere Facette unseres Selbst. Nur mit Jeans und T-Shirt wäre ich auf Dauer nicht glücklich. Wenn ich ein schönes Stück sehe und es mir steht, frage ich mich selten, ob es zu meinem Stil passt. Es wird einfach zu einer weiteren Facette von mir.


Ich möchte noch weiter gehen: Mode unterstreicht, wer wir sind oder wer wir sein wollen. Doch woher wissen wir, wer wir sind? Wir werden geboren als Niemande. Wir alle. Im Laufe unseres Lebens lernen wir immer mehr. Über das Leben, über die Menschen und über uns. Doch wer sagt, dass wir je damit aufhören, unser Selbst kennen zu lernen? Einen Stil gefunden zu haben, würde bedeuten, stehen zu bleiben und nicht weiter nach uns selbst zu fragen.

Ich entdecke immer wieder neue Facetten an mir und werde sie euch zeigen. Denn ich bin ein Mensch von vielen Facetten, die es wert sind, ausgelebt und ausgeschmückt zu werden. Wenn das mit einem weiten, langer Glockenrock passiert oder einer haut-engen Röhrenhose (Gott bewahre!), dann soll das wohl so sein. Dann bin ich wohl ein Mensch ohne festen Stil, jedoch mit exquisitem Geschmack *lach*, also sowas wie 50 Shades of me, nur ganz ohne Dominanz-Spielchen. So wie die Mode sich entwickelt und wächst und weitere tolle Sachen hervorbringt, so wie sie Altes aufgreift, es verändert und Neues dazu addiert und daraus etwas Extravagantes, Klassisches oder Glamouröses wird, so werde auch ich.

Wie macht ihr das? Wie wichtig ist euch euer Stil und wie oft brecht ihr aus? Habt ihr euch gefunden und bleibt dabei oder erfindet ihr euch oft und gern neu? Oder empfindet ihr es als Verrat, euch in einen Kleidungsstil zu zwängen, der euch nicht passt?

Kommentare:

  1. Gute Frage ... Manchmal denke ich "Ich bin jetzt Mitte 30 - sollte ich mich nicht langsam Stil-technisch mal festlegen?" Aber dann frage ich mich - wieso eigentlich? Wieso soll ich mich einschränken? So kann ich jeden Tag das anziehen, wonach mir ist. Mal Mädchen im Kleid, mal Business-Frau im Blazer oder sportlich in Jeans und Sneaker. So flexibel mag ich mich einfach am liebsten - und damit ist das wohl genau "mein Stil"

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    1. Halli hallo,
      liebsten Dank für dein großartiges Kommentar. Deine Einstellung ist toll! So möchte ich es auch halten.
      Liebste Grüße
      Kali

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