Montag, 11. Juli 2016

Alleine wohnen... was soll das?

Seit kurzem wohne ich allein. Ich kann in meiner Wohnung tun und lassen, was ich will. Laute Musik, nackig rumlaufen, pennen bis 12, das juckt keinen. Wäsche kann mal liegen bleiben, Geschirr steht rum...Selbst wenn meine Wohnung im Moment wider Erwarten hübsch aufgeräumt aussieht und ich all meine neu gewonnenen Freiheiten nicht ausreize, ich bin manchmal einfach soooo faul. Was ich nicht dringend tun muss, verschiebe ich gern. Allein zu wohnen ist schrecklich, weil einem keiner ´nen Arschtritt verpasst, damit man von der Couch fliegt. Es entstehen keine Müllberge, keine Wäscheberge und auch sonst keine Berge außer im Katzenklo, doch selbst die beseitige ich zeitnah. Es fühlt sich dennoch an, als läge ich nur grunzend unter´m Tisch und kratzte mir die Rübe.

Photo taken by me. Don´t copy.
Nein, tue ich nicht. Es scheint mir nur so, weil keiner mich triezt, etwas zu tun. Es fühlt sich so an, es fehlt etwas. Freie Zeiteinteilung ist schon ein seltsames Tier. Es frisst wann es will, trinkt was es will, raucht und vögelt in der Gegend rum (ich natürlich nicht), bleibt nachts lange wach und benutzt die Matratze als Trampolin. Keine Ahnung, was das soll.
Gerade lümmele ich auf meiner Couch, starre auf den Fernseher, es ist 23:10, bis eben lief Fußball. Vor mir auf dem Tisch liegt ein hölzerner Eisstiel in seinem Plastik-Bettchen, der vorhin noch in einem Kaktus-Eis steckte. Oben auf kuschelt sich das Papier eines vertilgten Kinderriegels. Im matt-goldenen Schein meines schwarzen Acryl-Kronleuchters lege ich einen Fuß neben den Süßigkeiten-Überrest. Ich denke Schnapp dir noch das Snickers. Dann ist der Heißhunger hoffentlich erst mal gegessen. Ich kratze mir das Kinn. Und den Nacken. Gehe ich jetzt ins Bett? Die leeren Katzennäpfe gehen vor, doch ein ausgewachsenes Gähnen bestätigt mir mein erstes Gefühl. Meine Augen brennen. Mutti hätte gesagt, sie seien schon viereckig vom Fernsehen. Eltern erzählen manchmal gern Unsinn. Auch jetzt noch.
Zwei große Schlucke aus der Wasserflasche, dann erhebe ich endgültig meinen Hintern, bringe den Flatscreen zum Schweigen, fahre den Rechner runter... haha, dann würde ich jetzt schon nicht mehr in die Tasten hauen.

So geht ein Tag zu Ende. Ein Tag, an dem ich allein war. Allein. Mal nicht einsam.
Einsam. Wie sich das anfühlt, weiß ich genau. Und dafür brauche ich nicht allein zu sein.
Allein zu wohnen hat schon manchmal Vorteile, immerhin erinnert es uns daran, dass wir frei sind, in unserem eigenen kleinen Rahmen. Wir können, müssen aber nicht, denn niemand guckt uns auf die Pfoten außer ggf. unsere Haustiere, die sich nur beschweren, wenn wir uns nicht um sie kümmern. Doch wir wären keine Rudeltiere, würden wir nicht stets die Gesellschaft anderer Kreaturen unserer Art suchen und brauchen.

Vielleicht wohne ich bald auch gar nicht mehr allein? Wer weiß das schon? Wohnt ihr (gern) allein? Yay oder Nay?

Liebst

EUre Kali

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Liebst
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