Sonntag, 3. Juli 2016

Ich bin alleinsam

Das wurde mir eben klar, als ich einen Post meiner geliebten Masha las. Anstatt mich um meinen Uni-Scheiß zu kümmern, kehre ich mein Segel wieder in den richtigen Wind. Ich war ganz schön gnädig, was meinen Eindruck der HashMAG Bloggerlounge anging. Das lag sicher daran, dass all die hübsch positionierten Dingelchen, der Duft von Crêpes und das Bling von Glitzerkram und Einhorn -Luftballons mir das Hirn verblitzt haben. Kurzzeitig, denn beim Lesen von Mashas Post kam mir in Erinnerung, wie ich mich neben all dem Trubel, dem Schöngeistigen und dem Kostenlosen überhaupt gefühlt habe.

by Mika Wisskirchen

Yay, sieht nach Spaß aus. Und ich mag der Veranstaltung an sich auch nicht ihren Charme absprechen. Damit hat mein Gefühl recht wenig zu tun. Es war eher das Drumherum. Ich fühlte mich einsam. Nicht allein, denn das war ich nicht. Vielmehr umringt von lauter jungen, hübschen Mädels mit (mehr oder weniger) Charisma und Sinn für Stil. Doch eben einsam. Fehl am Platz. Viele Mädels kannten sich, begrüßten sich herzlich und redeten gleich aufeinander ein. Manche hatten schon reichlich andere Goodiebags abgestaubt. Sie wurden teilweise neidisch beäugt. Hin und wieder bekam ich Gerede mit, von dieser oder jener über diese oder jene. Vielleicht ist das so üblich. Kein Plan, immerhin mein erstes Event.

by Mika Wisskirchen

Man kann im Leben alles allein machen, doch es fühlt sich nicht gut an. Manche halten sich für Eigenbrödler, ich zum Beispiel. Wenn du willst, dass etwas (gut) gemacht wird, mach´s allein. Leitspruch. Stimmt immer. Weil ich das erwarte, enttäuschen mich andere so oft. Mein Fehler. Vielleicht ist es dann gut geworden, doch ich hab dadurch auch keine Freunde gefunden. Punkt.

by Mika Wisskirchen

Ich sehe beschäftigt aus. Das ist der Plan. Als würde ich allein suuuper zurecht kommen. Insgeheim habe ich mir nur Anschluss gewünscht. Manchmal sage ich mir Du brauchst das alles nicht. Es stimmt auch oft. Doch eben nicht immer. In so Momenten wie diesem zum Beispiel. Da stimmt einfach nichts, doch ich bin zu stolz und schüchtern, es zuzugeben oder gar zu zeigen.
Damit errege ich sogar Aufmerksamkeit. Man, so souverän möchte ich auch sein! denkt der ein oder andere. Nix souverän, das ist mein Pokerface.

by Mika Wisskirchen

Mein Freund, der Schmetterling. Wenn ich das Bild sehe, erinnere ich mich genau, wie seltsam ich mir vorkam. Allein da auf dieser langen Couch - und einsam. Stundenlang fühlte ich mich nur als Außenstehende, als Betrachterin einer Szene hinter einer Glasscheibe. Als würde man im TV ein großartiges Ereignis sehen und könnte nicht dabei sein. Man sieht die Leute feiern, Spaß haben, sich amüsieren. Es ist alles real und live, doch es fühlt sich nicht so an. Zumindest nicht, wenn man sich irgendwie anders fühlt. Überflüssig und klein. Dazu gehören möchte... und es doch nicht kann.

Mut haben mir an dem Tag folgende Menschen gemacht: Madlén, Tara-Louise und Tanja von Modelovers. Wie ich inzwischen herausfand, war sie es, die mir ihr Tattoo überließ. Einfach so. Aus reiner Herzensgüte. Da war ich baff. Danke dir noch mal ganz herzlich dafür, auch wenn du das vielleicht nicht lesen wirst.


So war es dann doch irgendwie okay. Zumindest in diesen paar Minuten des Tages. Mein Gefühl.

Ich bin ganz gern mal mit mir allein. Bei einer Tasse Tee und einem guten Buch kann ich mich 1A konzentrieren. Oder entspannen. Oder ich höre Musik. Doch einsam zu sein in einer großen Gruppe von Menschen, die eigentlich Gleichgesinnte sind, mit denen man etwas gemeinsam hat, das fühlt sich scheiße an. Klar, ich kann auf andere zugehen, open-minded sein und die Initiative ergreifen, weil andere vielleicht genau dasselbe fühlen wie ich. Es war nur schon eine Überwindung, überhaupt von dieser Klippe zu springen. Ohne Netz und doppelten Boden. Einfach ins eiskalte Wasser. Und dann zu schwimmen, als hätte man nie was anderes gemacht. Schon klar. Ich hatte zu tun, nicht zu ersaufen.
Dabei soll dann noch einer wie ein Profi aussehen. Weil das so muss. Andere tun´s doch auch.

Ich weiß nicht, ob ich je dazu gehören werde. Ich weiß nicht, ob ich mich immer anders fühlen werde. Ich weiß nicht, ob ich meinen Schatten irgendwann mal austricksen kann. Ich weiß nur, dass ich mit dem Alleinsein klar komme, mit der Einsamkeit jedoch nicht.

P.S.: Liebe Masha, ich hoffe, du nimmst keinen Anstoß an meinem Anstoß zu diesem meinem (Denk-)Anstoß. Ich gucke eindeutig zu viel Fußball im Moment...

Wie geht´s euch? Allein oder einsam, was lässt sich besser verkraften? Oder spinne ich und beides läuft auf´s selbe hinaus?

Liebst
EUre Kali (Ich lass das mit dem großen EU jetzt so!)

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