Donnerstag, 17. November 2016

Mit oder ohne Prinzipien?

Manchmal muss ich mich doch wundern, darüber wie wir Menschen so ticken.
Es gibt so dies und das und jenes, das darf man als Mensch in der heutigen Gesellschaft auf keinen Fall, dabei dachte ich immer, jeder dürfe alles sein, was er will. Immerhin sind wir Individuen und somit verschieden voneinander, mit eigenen Gedanken und Erlebnissen und Gefühlen und Erfahrungen. Doch gewisse Punkte in ebendiesen machen manche scheinbar besser als andere.


Die Fairtrade-Käufer zum Beispiel. Oder die Bio- und Regio-Bevorzuger. Die Vegetarier und darunter noch die Veganer. Die Rechtsgegner. Die Trump-Hasser. Da scheiden sich nicht nur die Geister, es entstehen regelmäßig ausgedehnte Debatten darüber, was richtig und gut und was übel und schlecht ist. Dabei vertreten die Parteien immer eisern und verbissen ihre Auffassungen und postulieren sie als rechtmäßig und einzig.

Muss ich also etwas, um den Gesetzen der Gesellschaft zu entsprechen? Muss ich z.B. ein Bio-Huhn kaufen anstatt eines aus konventioneller Schlachtung? Oder Bio-Eier statt Bodenhaltung?
Darf ich ein Dupe kaufen oder bin ich verpflichtet, das Original zu erwerben? Darf ich mit rechtsorientierten Menschen befreundet sein?
Und muss ich es, um der Gesellschaft zu genügen oder um mein Gewissen zu beruhigen, denn es wird einem ja eingetrichtert, man müsse ein schlechtes Gewissen bei all sowas haben. Wenn man bei Primark einkauft oder zu oft Fastfood, Chips und Schokolade isst. Ungesund für den Körper, schlecht für die Arbeiter in einem Entwicklungsland, tragisch für Unternehmen, Wirtschaft und und und...
Ich bin der Meinung, dass man sich schon Gedanken machen darf, ob man lieber eine Plastiktüte oder einen Jutebeutel zu seinem Einkauf erwirbt, doch ganz im Ernst, ich hab schon über 20 Stofftäschchen hier. Spaß beiseite.

Versteht mich nicht falsch, es ist alles richtig und wichtig, doch manche Dinge sollte man nicht nur von einer bzw. seiner eigenen Seite betrachten. Andere nieder zu machen, weil sie nicht den (eigenen? absurden?) Idealvorstellungen des besonnenen Bürgers entsprechen, ist absolut inakzeptabel. Ich lese so oft Blogtitel à la Warum ich dies und das mache und das die einzig gute Lösung ist und frage mich dann, wie man sich so über andere stellen kann. Ist es vorstellbar, dass jemand anderes ernsthafte Gründe für sein Verhalten, seinen Lebensstil oder seine Einstellung hat? Für manche offenbar nicht. Die vielen bashings oder shamings kann man heutzutage fast auf jede Alltagssituation beziehen. Früchte-aus-dem-Ausland-Bashing, Nudeln-mit-Eiern-aus-Nicht-Bio-Haltung-Shaming - was soll daraus noch werden, wenn alle DIE perfekte Version eines Lebens leben und andere diese für so gar nicht perfekt halten? Gibt´s dann Herbivor-Carnivor-Krieg oder bekommen wir´s irgendwann irgendwie hin, zu akzeptieren, dass Müller, Meier und Schulz trotzdem unsere Freunde sind, selbst wenn sie unsere Idealvorstellungen nicht oder nicht ganz erfüllen?

Ich hab keine Lust mehr, ich geh jetzt meine nicht-deutschen Orangen essen, verstaue meine Pfandflaschen in Plastiktüten und brate mir nachher noch ein dickes Steak. Ach Mist, mit den Pfandflaschen hab ich mich doch geoutet. #fürmehrIgnoranzausgutemGrund

Liebst
Eure Kali

Kommentare:

  1. Vielen lieben Dank für diesen Text, Kali! Das alles hab ich mir auch schon so oft gedacht. Alle wollen individuell sein, propagieren, dass wir uns alle ausleben können und sollen. Aber sobald dann jemand nicht der Norm entspricht, die sich die anderen gesetzt haben, gibt es Schelte. Ein wenig mehr Toleranz würde uns allen gut tun.
    Alles Liebe, Anni

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  2. Super Artikel! Ich sehe es genauso wie Du. Toleranz sucht man in der heutigen Zeit manchmal echt vergeblich. :/


    XX,

    www.ChristinaKey.com

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Liebst
eure Kali P.